Ernährung und Stoffwechsel-Daten und Fakten
Aktuell fallen mehr als die Hälfte der Deutschen aus der Klasse der Normalgewichtigen heraus. Sie gelten als übergewichtig, d. h. ihr BMI (Body Mass Index = Körpergewicht / Körpergröße2 [Angabe der Körpergröße in Meter]) liegt über 25. Etwa ein Drittel der Übergewichtigen haben einen BMI von über 30, der bereits als krankhaft und damit als behandlungsbedürftig gilt. Von der massiven Adipositas (mit einem BMI von über 40) und damit erheblichen Einschränkungen der Lebenserwartung sowie vor allem der Lebensqualität sind etwa 6 Prozent der Übergewichtigen betroffen.Trotz Fitnesswelle und Light-Produkten nimmt die Häufigkeit von Übergewicht und Fehlernährung in Deutschland nicht ab, sondern stetig zu – damit verbunden ist auch ein Anstieg an ernährungsbedingten Krankheiten. Langzeitstudien bestätigen eindeutig, dass die Adipositas (Übergewicht) einen wesentlichen Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Gicht, Bluthochdruck sowie einhergehenden Gefäßerkrankungen darstellt. Dadurch erhöht sich die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen.
In Anlehnung an die „Leitlinie Adipositas“ der Deutschen Adipositas-Gesellschaft besteht ein qualifiziertes Therapieprogramm aus einer gezielten Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Eine ausgewogene Mischkost sowie Kostformen mit niedriger Energiezufuhr, einem hohen Anteil an Eiweiß und einer Reduktion bestimmter Kohlenhydrate gelten als besonders geeignet. Extrem einseitige Diäten sind wegen der medizinischen Risiken zu vermeiden.
Zusätzliche Bewegung fördert neben der richtigen Ernährung die Gewichtsreduktion und stabilisierung. Die Bewegungstherapie ist individuell an die Leistungsfähigkeit des Betroffenen anzupassen. Um eine langfristige Gewichtsabnahme ohne Jojo-Effekt zu erreichen, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung wichtig.
Ernährung- die große Bedeutung einer ausgewogenen Zusammensetzung der Nahrungsmittel im Hinblick auf die Prävention vieler Krankheiten
Bei der ernährungsmedizinischen Begleitung übergewichtiger Patienten zeigte bereits eine dauerhafte Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Kilo eine deutliche Besserung der gestörten gesundheitlichen Parameter, wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Außerdem kann eine Gewichtsreduktion sich sehr positiv auf Erkrankungen des Bewegungsapparates wie zum Beispiel Gelenkerkrankungen, Arthrose, Wirbelsäulenbeschwerden und rheumatischen Beschwerden auswirken.
10 goldene Regeln der Stoffwechselaktivierung und Ernährungsumstellung
- Nehmen Sie nur 3 Mahlzeiten am Tag zu sich. Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten.
- Reduzieren Sie Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kuchen, Süßigkeiten)
- Erhöhen Sie Ihren Eiweißanteil in der Ernährung (Quark, Joghurt, Buttermilch, Gemüse)
- Wählen Sie verschiedene Öle und Fette : Olivenöl, Rapsöl, Distelöl, Leinöl, Avocado, Nüsse
- Der Eiweißanteil in der Nahrung sollte bei ca. 25 -30 %, der Fettanteil bei ca.30-35%, der Kohlenhydratanteil bei ca. 30-40% liegen.
- Die Hauptmahlzeit: 1 Portion Obst+1 Portion Gemüse+1 Portion Salat+1 kl. Stück Fleisch, Fisch oder Ei+ wenig Nudeln, Kartoffeln oder Reis
- Trinken Sie ca. 2-3 Liter kalorienfreie Flüssigkeit pro Tag
- Essen Sie keine oder wenig Fertigprodukte oder Fertigsoßen
- Gönnen Sie sich nur 1-2 Mal in der Woche Süßes oder Kuchen und trinken Sie max. 1 Glas Wein oder Bier am Tag.
- Versuchen Sie am Tag 5 Portionen Obst/Gemüse oder Salat auf 3 Mahlzeiten verteilt zu essen.
Verfasser:
Dr. med. Petra Bartsch, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin, Naturheilverfahren
Dr. med. Mario Bartsch, Internist, Akupunktur
Marlistr. 101,23566 Lübeck
Tel: 0451-63182 www.marlidoc.de
Laborinformation - Enterohämorrhagischer Escherichia coli (EHEC)
Erreger
Escherichia coli kommen im Darm von Mensch und Tier vor und sind in der Regel harmlos.
Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) stellen eine gefährliche Sondergruppe dieser Darmbakterien dar und kommen normalerweise nicht im menschlichen Darm vor. Sie können durch Abgabe von Shiga-Toxinen (=Zellgifte) beim Menschen schwere Krankheitserscheinungen hervorrufen. Am häufigsten werden in Deutschland die Serovare 0 157,0 111, 0 26, O 103 und 0 145 nachgewiesen.
Der Erreger wird in der Regel für 5 bis 20 Tage im Stuhl ausgeschieden, in Einzelfällen kann er jedoch über Wochen bis Monate nachgewiesen werden.
Inkubationszeit
2-10 Tage.
Die Symptome EHEC-assoziierter HUS-Erkrankungen beginnen ca. 5-12 Tage nach Beginn des Durchfalls.
Krankheitsbild
Die Mehrzahl der EHEC-Infektionen verläuft inapparent (symptomlose Keimträger). Als häufigstes Symptom tritt wässriger Durchfall auf, der oftmals mit kolikartigen Bauchschmerzen, Erbrechen und leichtem Fieber einhergeht. In etwa 20% der Fälle treten blutige Durchfälle auf, bei etwa 5 bis 10% der Erkrankten, insbesondere bei Kindern im Vorschulalter, entwickelt sich als lebensbedrohliche Komplikation ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS). Etwa 1 bis 5% der Fälle von HUS verlaufen tödlich.
Übertragungswege
EHEC-Bakterien zeichnen sich durch eine hohe Infektiosität aus. Eine Übertragung von wenigen 100 Bakterien kann ausreichen, um beim Menschen eine Infektion auszulösen.
Das Hauptreservoir des Erregers bilden Wiederkäuer, vor allem Rinder, aber auch Schafe und Ziegen. Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederkäuern oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Darüber hinaus können EHEC durch kontaminiertes Wasser (z.B. beim Baden) übertragen werden. Auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind möglich (fäkal-orale Schmierinfektion).
Diagnostik
Der Nachweis von Shiga-Toxinen erfolgt aus dem Stuhl und muss ausdrücklich angefordert werden.
Aufgrund der Meldepflichtigkeit des Erregers kann folgende Ausnahmekennziffer verwendet werden:
32006.
Therapie
Die Behandlung der EHEC-Infektion erfolgt symptomatisch. Eine antibiotische Therapie wird nicht empfohlen, da es hierdurch zu einer verstärkten Freisetzung der Toxine und dadurch zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes kommen kann.
Schwere Erkrankungen müssen im Krankenhaus behandelt werden, um auftretende Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Die Behandlung des HUS erfolgt nur symptomatisch und erfordert bei ausgeprägter Niereninsuffizienz die Durchführung von Dialysemaßnahmen.
Vermeidung der Weiterverbreitung - Maßnahmen für Patienten, Ausscheider und Kontaktpersonen
Die Übertragung von EHEC-Bakterien von Erkrankten auf Gesunde im Rahmen einer fäkal-oralen Schmierinfektion muss durch eine effektive Händehygiene verhütet werden (nach dem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen). Während der Erkrankungsdauer ist eine regelmäßige Desinfektion von Handkontaktflächen (z.B. Gegenstände, Flächen, Sanitäranlagen) durchzuführen, die mit infektiösen Ausscheidungen des Kranken in Berührung gekommen sind oder sein könnten.
Umgang mit Lebensmitteln
Rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse, Feinkostsalate) sollten stets bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Mögliche Schmierinfektionen durch Auftauwasser tiefgefrorener Lebensmittel
sind zu vermeiden (Auftauwasser sofort beseitigen, kein Kontakt mit Arbeitsflächen und anderen Lebensmitteln; ggf. Reinigung mit heißem Wasser; Händewaschen).
Rohmilch muss immer abgekocht werden. Auch Vorzugsmilch muss für die Abgabe an Gemeinschaftseinrichtungen ausreichend erhitzt werden.
Pasteurisierte und ultrahocherhitze Milch und Milchprodukte sind unbedenklich.
Hygiene in Streichelzoos oder auf Bauernhöfen mit Publikumsverkehr
Handwaschmöglichkeiten sowie Einmaltücher sollten in der Nähe der Tiere vorhanden sein.
Besucher sollten sich nach dem Kontakt mit Tieren und vor dem Essen die Hände waschen.
Kinder sollten beim Umgang mit den Tieren eng beaufsichtigt werden, um zu verhindern, dass sie gleichzeitig essen oder die Finger in den Mund stecken.
Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen nach klinischer Genesung
Wenn bei 3 im Abstand von 1 bis 2 Tagen untersuchten Stuhlproben negative Befunde vorliegen, ist eine Wiederzulassung im Regelfall möglich. Ein schriftliches Attest ist erforderlich.
Meldepflicht
Für den Krankheitsverdacht, die Erkrankung und den Tod an HUS besteht gegenüber dem Gesundheitsamt eine namentliche Meldepflicht.
Ebenso ist eine Häufung gemäß §6 IfSG meldepflichtig.
Darüberhinaus sind mikrobiologische Nachweise seitens des Labors namentlich meldepflichtig.
Bei EHEC-Ausbrüchen sind alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle meldepflichtig (auch ohne HUS).
Quellen: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt; Robert Koch Institut
www.labor-luebeck.de
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